Dein Wille geschehe

„Dein Wille geschehe“. Das klingt erst einmal unangenehm religiös, ja esoterisch. Doch nein, das ist „konstruktiver Fatalismus“ (taz) – mindestens. „Ich will dich noch einmal lieben / Wie beim allerersten Mal /Will dich einmal noch küssen / In deinen offenen Haaren / Ich will einmal noch schlafen / Schlafen bei dir“, singt dir kommerziell erfolgreiche Konkurrenz jungdeutscher Balladensänger. Bei aller Weichheit, meinetwegen neuer Männlichkeit, bleibt das einseitige Begehren ungebrochen. Tom Liwa ist anders: „Ich mache Schluss mit Politik / Entsage jeder Magie / Von hier an keine Tricks / Und keine Strategie“. Besonders all die Männer mit gebrochenen Herzen, die ihre narzisstischen Kränkungen beim hostilen Herrentag-Fahrradfahren externalisieren, sollten sich daran ein Beispiel nehmen. Und lieber alleine mit der Ukulele im vom Vollmond erleuchteten See sitzen. Das kann wirklich nur zum Guten gereichen. Mit der Kapitulation kommt die Befreiung.